Siegburg
Auf Überraschungsbesuch
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt in Siegburg
von Mareike Zander
Wie viele andere auch, haben wir uns im Dezember 2004 überlegt, mal einen anderen als den Bielefelder Weihnachtsmarkt zu besuchen. Die Wahl fiel uns hier nicht schwer, denn uns wurde immer wieder von einem gewissen Weihnachtsmarkt der ganz besonderen Art in Siegburg berichtet. Genau, von dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Siegburg, der nicht nur vom Metmann auf dem Burgfest angepriesen wurde…
Also machten wir uns an einem Samstag im Dezember 2004 auf, diesen Markt zu besuchen. So stiegen wir also ganz dekadent am Samstagvormittag an der Großbaustelle Hauptbahnhof Bielefeld in die Bahn und waren nach einem Umsteigen, einem leckeren Frühstück (selbst geschmierte frische Brötchen) und mehr oder weniger interessanten Mitreisenden in Siegburg.
Der Weg zum Markt war relativ einfach zu finden, wir mussten einfach nur dem Menschenstrom folgen. Und dann waren wir da! Mitten auf dem Siegburger Marktplatz war er: der Weihnachtsmarkt mit vielen alten Bekannten, wie sich nachher herausstellen sollte. Als erstes lief und Toumalon über den Weg, der uns allerdings nicht entdeckte, erkannte, bemerkte, wie auch immer. (Ob das daran lag, dass er seine Brille nicht trug? Ich lasse das mal ohne weiteren Kommentar so stehen…) Wir waren auf jedem Fall froh, dass er uns nicht bemerkte, denn wir wollten uns erst in seiner Show bemerkbar machen (Uhrzeiten etc. waren uns bereits aus dem Programm – danke Internet – bekannt).
Also schlenderten wir weiter über den Markt und wie es der Zufall wollte, landeten wir am Metstand. Der Metmann guckte nicht schlecht, als er uns sah. Ich glaube, er musste auch zwei Mal hinsehen, ehe er uns wirklich zuordnen konnte. Diese erstaunten und überlegenden Gesichter sollten wir an diesem Tag noch öfter zu sehen bekommen, denn wie uns später erklärt wurde, rechnet man mit uns woanders als in Bielefeld einfach nicht. Vor allem nicht so weit von Bielefeld entfernt.
Naja, zurück zum Met. Die Überraschung, die ja eigentlich nicht als solche geplant war, war auf jedem Fall geglückt und wurde umgehend mit einem warmen Met gefeiert! So kam es, dass auch ich den ersten Met in meinem Leben getrunken habe und ich muss zugeben, es hat mir sogar geschmeckt… Die nächste Zeit haben wir dann am Metstand verbracht und das eine oder andere Met zu uns genommen. Ergänzt wurde diese Mahlzeit durch heiße Maronen. Lecker!
Dann machten wir uns endlich auf, dem Markt genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier stellen wir fest, dass das gesamte Burgfest mit einigen Ergänzungen vertreten war. Die erstaunten Blicke, die uns schon vom Metmann bekannt waren, trafen uns des öfteren. Dies war schon recht amüsant, die Marktleute erkannten uns, konnten uns aber definitiv nicht zuordnen.
Da es langsam auf die Mittagszeit zuging und der Hunger sich bemerkbar machte, holten wir uns etwas zu essen und machten uns mit den Speisen auf, Toumalon auf der Bühne zu begutachten. Hier sollte uns allerdings die Überraschung nicht gelingen. Wir hatten vor, Ihn, wie schon häufiger, mit seinen eigenen Pointen zu überraschen. Leider hielt das Publikum aber so ehrfürchtigen Abstand zur Bühne, so dass Toumalon ins Publikum gehen musste, um seine Zuschauer zusammen zu treiben. Tja, und so kam er auch an uns vorbei und „begrüßte“ uns mit den Worten: Auch vorne kann man gut essen (oder so ähnlich). Tja, Chance vertan, würde ich sagen. Seine Show war dann wie gewohnt gut. Er bezog auf der Suche nach dem Taschendrachen dann sogar die von weit her gereiste Familie Niegisch mit ins Programm ein. So schnell kann man zum Showakt werden… Im Anschluss an die Darbietung konnten wir ein paar Worte mit dem Gaukler sprechen und auch er freute sich, uns hier begrüßen zu können. Da Toumalon sich dann anderen Aufgaben zuwenden musste, konnten wir mal wieder zum Metstand gehen und hier geschah es dann, dass der Büttel Wolfgang zwei Mal an uns vorbei ging, ehe auch er uns einordnen konnte. Mit ihm haben wir ein nettes Gespräch u.a. über den Siegburger Weihnachtsmarkt geführt. Er erzählte uns, dass der Markt schon mehrmals als einer der 10 schönsten Weihnachtsmärkte Deutschland prämiert worden sei. Im Moment sei nur der Nürnberger Markt vor dem Siegburger. Dies läge wohl vor allem an der Atmosphäre abends, wenn der ganze Markt nur per Kerzenschein erleuchtet ist. (Auch hier verzichten die Marktleute in gewohnter Art und Weise auf alles Moderne und Elektrizität). Dieses Schauspiel sollte uns allerdings leider vorenthalten bleiben, da unser Zug (diesmal ICE mit Platzreservierung) gegen 18:00 Siegburg verlassen sollte. Im Nachhinein sehr schade und fast ein wenig ärgerlich. Aber man lernt ja aus solchen Dingen. Das nächste Mal lieber etwas länger schlafen und dafür länger auf dem Markt bleiben…
Naja, so machten wir uns dann langsam aber sicher auf dem Heimweg. Jedoch nicht, ohne vorher nicht noch einmal bei dem Orientalen vorbei zu gehen und Lokuum und Tee zu kaufen. Und hier bin ich mir ziemlich sicher, dass wir sofort erkannt wurden. Denn solch einen guten Preis haben sie uns noch nicht mal auf dem Burgfest gemacht…
Eure holde Jungfer, Mareike
Kommentar
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen